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Vier Themes, ein Song — Farbe als Bauelement im Player

Warum aisonggen mit vier gleichwertigen Themes ausgeliefert wird statt mit einem kanonischen Look — und was diese Entscheidung an der Hörfläche verändert hat.

6 Min. Lesezeit

Der Default-Look eines Musik-Tools setzt das Genre der Musik, die darin entsteht. Ein schwarz-violettes Synth-Tool stupst die Leute in Richtung Synth-Tracks. Ein warmpapieriges Folk-Tool stupst sie in Richtung Folk. Wir wollten, dass aisonggen sich genre-neutral anfühlt — deshalb gibt es vier Themes, die alle gleichberechtigt an der Tür stehen.

Die vier Stimmungen, auf denen wir gelandet sind

  • Sonic Teal — der kühle, klinische Default. Sieht aus wie das Innere eines Mastering-Studios nach Mitternacht. Am besten für Ambient, Techno, alles, wo der Song mehr Architektur als Geschichte ist.
  • Neon Orange — der laute, heiße. Der Brand-Default. Sieht aus wie ein Club-Ausgang um 2 Uhr morgens. Am besten für Trap, Hyperpop, alles, wo Energie der Punkt ist.
  • Studio Black — der leise teure. Anthrazit und Gold. Sieht aus wie ein Gitarren-Amp aus Leder. Am besten für Jazz, Soul, Singer-Songwriter-Takes, die ernst genommen werden wollen.
  • Electric Magenta — der verspielte. Pink und Chrom. Sieht aus wie das Innere eines Y2K-Musikvideos. Am besten für Pop, Dance, alles, wo der Witz offensichtlich sein darf.

Was die Themes uns gekostet haben

Für ein Theme zu designen, sind tausend kleine Entscheidungen zu Kontrast, Hierarchie und Gewichtung. Für vier zu designen, sind dieselben tausend Entscheidungen, vier Mal — und sie müssen alle auf derselben Komponente landen, ohne dass etwas bricht. Beherrschbar wurde das, indem wir jede Farbe in ein Token-System verschoben haben. Die Komponenten greifen nie nach einem Hex-Wert, sondern nur nach einer Rolle: --primary, --accent, --bg-elevated. Die Themes ändern die Werte; die Komponenten ändern sich gar nicht.

Was es uns gegeben hat

Was wir nicht erwartet hatten: Die Leute fingen an, Themes nach Genre-Kontext auszuwählen, nicht nach persönlichem Geschmack. Ein Producer, der an einem Trap-Beat arbeitete, schaltete auf Neon Orange um, auch wenn sein Default Sonic Teal war. Der Theme- Umschalter war kein Settings-Dropdown mehr, sondern Teil des Workflows — eine Art, den Raum in die richtige Stimmung für den Song zu bringen, an dem man gerade schrieb.

Eine Notiz zur Barrierefreiheit

Alle vier Themes erfüllen WCAG AA bei Textkontrast und Fokusringen. Keines verlässt sich allein auf Farbe für Status — jeder aktive Zustand ändert auch Form, Gewicht oder Position. Eine Person, die den Farbunterschied zwischen Sonic Teal und Neon Orange nicht sehen kann, soll trotzdem erkennen, dass ein Button gedrückt ist.

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